Kreditkartenantrag abgelehnt — was jetzt sinnvoll ist
Eine Ablehnung ist unangenehm und selten willkürlich. Diese Seite erklärt die üblichen Gründe, deine Rechte gegenüber Auskunfteien und was du besser nicht tust.
Die Kurzantwort
Abgelehnt wird, wer die Voraussetzungen nicht erfüllt oder bei der abgefragten Auskunftei negativ vermerkt ist. Du hast zwei Hebel: Auskunft verlangen und Daten berichtigen. Was dagegen nicht hilft, ist ein zweiter Antrag kurz nach dem ersten.
Und eine Einordnung, die selten jemand ausspricht: Eine Ablehnung ist kein Urteil über dich. Sie ist das Ergebnis einer Rechnung, die eine Bank mit unvollständigen Daten anstellt.
Die üblichen Gründe
- negative Merkmale bei der abgefragten Auskunftei — bei dieser Karte Experian,
- laufendes Inkassoverfahren,
- kein regelmäßiges, zu versteuerndes Einkommen,
- Mindestalter nicht erreicht,
- kein Hauptwohnsitz in Deutschland,
- Angaben, die sich nicht verifizieren lassen, etwa bei der Identifizierung.
Welcher Grund im Einzelfall ausschlaggebend war, nennt die Bank nicht immer von sich aus. Du darfst aber nachfragen.
Was du erfahren darfst
Nach Art. 15 DSGVO kannst du bei jeder Auskunftei eine Datenkopie verlangen. Sie ist unentgeltlich; erst für weitere Kopien darf ein angemessenes Entgelt verlangt werden.
Der Europäische Gerichtshof hat am 7. Dezember 2023 entschieden (Rechtssache C-634/21): Wenn ein Unternehmen maßgeblich auf einen Score abstellt, ist bereits dessen Berechnung eine automatisierte Entscheidung im Sinne von Art. 22 DSGVO. Daraus folgt dein Recht, eine Überprüfung durch einen Menschen zu verlangen und deinen Standpunkt darzulegen.
Ab dem 20. November 2026 kommt der neue § 37a BDSG dazu: Auf Verlangen muss innerhalb von 30 Tagen offengelegt werden, welche Daten und Kriterien in die Berechnung eingeflossen sind, wie sie gewichtet wurden und wer den Wert erhalten hat. Außerdem dürfen Alter, Geschlecht, Name, Anschriftendaten, Daten aus sozialen Netzwerken und Kontobewegungen dann nicht mehr in ein Scoring einfließen.
Beide Auskünfte anfordern, nicht nur eine
Wer abgelehnt wurde, sollte wissen, was wo steht. Zwei Anfragen genügen meistens:
- Experian — in Deutschland die infoscore Consumer Data GmbH, Rheinstraße 99, 76532 Baden-Baden. Diese Auskunftei fragt die Instabank für die BARMAKID Karte ab.
- SCHUFA — weil dieselbe Forderung häufig auch dort vermerkt ist und andere Banken sie abfragen.
Falsche Einträge lässt du nach Art. 16 DSGVO berichtigen und nach Art. 17 DSGVO löschen. Schreib parallel den Gläubiger an, der die Meldung ausgelöst hat — dort entsteht der Eintrag.
Was nicht hilft
- Mehrere Anträge kurz hintereinander. Jede Abfrage kann bei der jeweiligen Auskunftei gespeichert werden, und an der Datenlage ändert sich dadurch nichts.
- Angebote mit „garantierter Zusage“. Im regulierten Markt gibt es sie nicht; dahinter stecken Prepaid-Produkte oder unseriöse Anbieter.
- Vorkosten. Wer vor der Auszahlung Geld verlangt — für „Bearbeitung“, „Versicherung“ oder eine Hausbesuchsgebühr —, ist kein Kreditgeber.
- Ein höherer Wunschrahmen. Mehr zu beantragen macht eine Zusage nicht wahrscheinlicher.
Wenn hinter der Ablehnung ein Zahlungsproblem steht
Dann ist die Ablehnung unangenehm, aber richtig. Eine anerkannte Schuldnerberatung — bei der Verbraucherzentrale, einem Wohlfahrtsverband oder der Kommune — ist in der Regel kostenlos und hilft, bevor Forderungen wachsen. Ein weiterer Kredit löst ein Zahlungsproblem nicht, er verschiebt es und macht es teurer.
Quellen
- infoscore Consumer Data GmbH (Experian), Informationsblatt nach Art. 14 DSGVO, experian.de/icd-infoblatt.
- EuGH, Urteil vom 07.12.2023, Rechtssache C-634/21 (SCHUFA Holding).
- § 37a BDSG in der Fassung des Gesetzes vom 12.05.2026, anzuwenden ab 20.11.2026.
- Art. 15 bis 17 und Art. 22 DSGVO; § 505a BGB.
- Konditionen und Voraussetzungen: Angaben der Instabank ASA, geführt im Produktdatenregister der MyWage GmbH, Stand 03.10.2026.
Verantwortlich für den Inhalt: MyWage GmbH, Berlin. BARMAKID ist eine Marke der MyWage GmbH; die Karte gibt die Instabank ASA aus. Diese Seite ist keine Rechtsberatung. Stand: 3. Oktober 2026.
Häufige Fragen
Wie lange soll ich bis zum nächsten Antrag warten?
Eine gesetzliche Frist gibt es nicht. Sinnvoll ist, erst die Auskunft einzuholen und falsche Einträge berichtigen zu lassen — sonst ist das Ergebnis dasselbe.
Erfährt die SCHUFA von der Ablehnung?
Für diese Karte fragt die Instabank nicht bei der SCHUFA an; dort entsteht durch den Antrag also keine Anfrage. Wie andere Kreditgeber verfahren, hängt von deren Auskunftei ab.
Bekomme ich den Grund der Ablehnung genannt?
Du kannst Auskunft über die verarbeiteten Daten verlangen und, wenn maßgeblich automatisiert entschieden wurde, eine Überprüfung durch einen Menschen. Ab 20.11.2026 müssen Kriterien und Gewichtung binnen 30 Tagen offengelegt werden.
Hilft ein zweiter Antragsteller?
Zu gemeinschaftlichen Anträgen macht die Instabank auf ihrer Produktseite keine Angabe. Frag die Bank, bevor du davon ausgehst.
Gibt es eine Karte trotz negativer Einträge?
Mit echtem Kreditrahmen nicht verlässlich. Wer negative Merkmale hat, bekommt im regulierten Markt in aller Regel eine Prepaid- oder Debitkarte — ohne Kredit, aber auch ohne Zinsen.