BARMAKIDBonität← Zur Karte
Bonität

Experian statt SCHUFA: was bei der Bonitätsprüfung wirklich passiert

Die BARMAKID Kreditkarte wird ohne Abfrage bei der SCHUFA vergeben. Geprüft wird trotzdem — die Instabank ASA holt die Auskunft bei Experian ein. Diese Seite erklärt, wer Experian in Deutschland ist, was dort über dich steht und was du dagegen tun kannst.

Stand: 20. September 2026 Quellen am Ende der Seite Alle Beiträge

Die Kurzantwort

Experian ist in Deutschland die infoscore Consumer Data GmbH mit Sitz in Baden-Baden. Sie ist eine Auskunftei wie die SCHUFA: Sie sammelt Daten über Zahlungsverhalten, berechnet daraus Wahrscheinlichkeitswerte und gibt sie an Unternehmen weiter, die danach fragen. Für die BARMAKID Kreditkarte fragt die Instabank ASA dort an — nicht bei der SCHUFA.

Drei Dinge folgen daraus: Deine Bonität wird geprüft, nur eben an anderer Stelle. Eine Anfrage, die bei der SCHUFA gespeichert wird, entsteht dabei nicht. Und wenn bei Experian ein negatives Merkmal steht, hilft ein guter SCHUFA-Score nichts.

Wer Experian in Deutschland ist

Die Experian-Gruppe arbeitet in Deutschland über die infoscore Consumer Data GmbH, Rheinstraße 99, 76532 Baden-Baden. Wenn im Antragsprozess oder in den Unterlagen der Bank von „Experian“ die Rede ist, ist diese Gesellschaft gemeint. Anträge auf Selbstauskunft, Berichtigung oder Löschung gehen an sie, nicht an die britische Konzernmutter.

Nach ihrem Informationsblatt nach Art. 14 DSGVO stammen die Daten aus vier Quellen: Vertragspartner, die Zahlungsstörungen melden, amtliche Insolvenzbekanntmachungen, die Schuldnerverzeichnisse der zentralen Vollstreckungsgerichte und Adressdienstleister.

Was dort über dich gespeichert wird

Das Informationsblatt nennt folgende Kategorien:

Für die Löschung nennt das Informationsblatt drei Jahre bei Zahlungsstörungen und bei Einträgen aus dem Schuldnerverzeichnis sowie sechs Monate nach Abschluss eines Insolvenzverfahrens. Adressänderungen bleiben drei Jahre gespeichert.

Anders als oft behauptet ist eine Auskunftei kein Register aller Schulden. Laufende, ordentlich bediente Kredite kennt sie nur, wenn ein Vertragspartner sie meldet.

Der Unterschied zur SCHUFA — und zum neuen SCHUFA-Score

Die SCHUFA hat ihren Score am 17. März 2026 umgestellt. Er reicht jetzt von 100 bis 999 Punkten und setzt sich aus zwölf offen genannten Kriterien zusammen, jedes mit eigener Punktespanne. Die größten Hebel sind Zahlungsstörungen (bis 264 Punkte), Anfragen von Banken in den letzten zwölf Monaten (bis 117) und das Alter der ältesten Kreditkarte (bis 81).

Experian veröffentlicht keine vergleichbare Aufschlüsselung. Das Informationsblatt nennt als Grundlage mathematisch-statistische Verfahren und führt dabei unter anderem Zahlungserfahrungen, amtliche Register, Alter, Geschlecht und Anschriftendaten an.

Darauf lohnt sich ein Blick, denn ab dem 20. November 2026 gilt der neue § 37a BDSG: Alter, Geschlecht, Name, Anschriftendaten, Daten aus sozialen Netzwerken und Kontobewegungen dürfen dann für Scoring nicht mehr verwendet werden. Wer heute eine Selbstauskunft anfordert, kann ab diesem Datum nachfragen, was von diesen Angaben noch in den Score einfließt.

Wie der neue SCHUFA-Score im Einzelnen funktioniert, erklärt unsere Schwesterseite umsgeld.de.

Warum eine Bank überhaupt Experian abfragt

Welche Auskunftei sie fragt, entscheidet jede Bank selbst. Es gibt keine Pflicht, die SCHUFA zu nutzen, und mehrere Auskunfteien konkurrieren im deutschen Markt: neben SCHUFA und Experian vor allem CRIF und Creditreform Boniversum.

Die Instabank ASA ist eine norwegische Bank, die in Deutschland grenzüberschreitend tätig ist. Sie prüft über Experian. Mehr sagen wir dazu nicht, weil wir die Beweggründe der Bank nicht kennen — wir vermitteln den Antrag, wir entscheiden ihn nicht.

Pflicht ist die Prüfung als solche: Nach § 505a BGB darf ein Kreditgeber einen Verbraucherdarlehensvertrag nur nach einer Kreditwürdigkeitsprüfung schließen.

Was ein SCHUFA-Eintrag trotzdem bedeuten kann

Ein negativer Eintrag entsteht nicht bei der Auskunftei, sondern beim Gläubiger. Und viele Gläubiger melden an mehrere Auskunfteien gleichzeitig. Wer eine offene Forderung bei einem Mobilfunkanbieter hat, steht deshalb oft sowohl bei der SCHUFA als auch bei Experian.

Für den Antrag heißt das: „Ohne SCHUFA-Abfrage“ ist kein Weg an einer schlechten Zahlungshistorie vorbei, weil Experian dieselbe Historie kennen kann. Ein aktives Inkassoverfahren führt nach den Angaben der Instabank in jedem Fall zur Ablehnung.

Wer wissen will, woran er ist, fordert beide Auskünfte an — die eine bei Experian, die andere bei der SCHUFA. Das kostet nichts außer Zeit.

Selbstauskunft bei Experian: so geht es

Die Auskunft nach Art. 15 DSGVO ist unentgeltlich; erst für weitere Kopien darf ein angemessenes Entgelt verlangt werden. Das Formular steht auf experian.de bereit, der Postweg geht an:

infoscore Consumer Data GmbH
Abteilung Datenschutz
Rheinstraße 99
76532 Baden-Baden

Angeben musst du Nach- und Vornamen, gegebenenfalls Geburtsnamen, dein Geburtsdatum, die aktuelle Anschrift und alle Anschriften der vergangenen fünf Jahre. Eine Ausweiskopie ist freiwillig; wer sie mitschickt, schwärzt am besten alles außer Name, Geburtsdatum und Anschrift.

Steht dort etwas Falsches, hast du zwei Rechte: Berichtigung nach Art. 16 DSGVO und Löschung nach Art. 17 DSGVO. Beides gilt gegenüber der Auskunftei; parallel solltest du den Gläubiger anschreiben, der die Meldung ausgelöst hat, denn dort entsteht der Eintrag.

Deine Rechte beim Scoring — und was sich am 20. November 2026 ändert

Der Europäische Gerichtshof hat am 7. Dezember 2023 entschieden (Rechtssache C-634/21): Wenn ein Unternehmen maßgeblich auf einen Score abstellt, ist bereits dessen Berechnung eine automatisierte Entscheidung im Sinne von Art. 22 DSGVO. Daraus folgt für dich das Recht, eine Überprüfung durch einen Menschen zu verlangen und deinen Standpunkt darzulegen.

Ab dem 20. November 2026 kommt der neue § 37a BDSG dazu. Er verlangt unter anderem:

Wer also nach einer Ablehnung wissen will, warum, hat ab diesem Datum ein schärferes Werkzeug in der Hand als heute.

Quellen

Verantwortlich für den Inhalt: MyWage GmbH, Berlin. Diese Seite ist keine Rechtsberatung. Stand: 20. September 2026.

Karte beantragen →

Häufige Fragen

Ist eine Karte ohne SCHUFA-Abfrage eine Karte ohne Prüfung?

Nein. Die Instabank ASA fragt statt der SCHUFA die Auskunftei Experian ab. Ohne regelmäßiges, zu versteuerndes Einkommen, mit aktivem Inkassoverfahren oder mit negativen Merkmalen bei Experian wird der Antrag abgelehnt.

Sieht die SCHUFA meinen Antrag?

Für die Bonitätsprüfung fragt die Instabank ASA bei der Auskunftei Experian an, nicht bei der SCHUFA. Eine Anfrage, die die SCHUFA speichern könnte, entsteht dabei also nicht. Was die Bank mit einem bestehenden Kartenkonto meldet, regeln ihre Vertragsunterlagen — lies vor der Unterschrift die Datenschutzhinweise der Instabank.

Was kostet die Selbstauskunft bei Experian?

Nichts. Die Datenkopie nach Art. 15 Abs. 3 DSGVO ist unentgeltlich; erst für weitere Kopien darf ein angemessenes Entgelt verlangt werden.

Ich habe einen negativen SCHUFA-Eintrag. Bekomme ich die Karte?

Das hängt nicht vom SCHUFA-Eintrag ab, sondern davon, was bei Experian steht. Häufig steht dasselbe Ereignis in mehreren Auskunfteien, weil Gläubiger an mehrere melden. Eine Zusage gibt es deshalb nicht — die Entscheidung trifft allein die Instabank ASA.

Wie lange bleiben negative Einträge stehen?

Nach dem Informationsblatt der infoscore Consumer Data GmbH werden Zahlungsstörungen drei Jahre gespeichert, Einträge aus dem Schuldnerverzeichnis ebenfalls drei Jahre und Insolvenzverfahren sechs Monate nach Abschluss gelöscht.

Weiterlesen

Achtung! Kreditaufnahme kostet Geld!